Belgische Biere – wie man unter Tausenden das Richtige wählt (Teil 1)

Neben Waffeln, Schokolade, Pralinen und Fritten zählt belgisches Bier zu den kulinarischen Feinheiten Belgiens.

Beim Verfassen dieses Beitrags ist mir aufgefallen, dass die Vielfalt der belgischen Biere und die politische Struktur des belgischen Föderalstaates eines gemeinsam haben: beide sind ziemlich komplex!
Es gibt da zuerst mal das allgemeine Pils. Dann gibt es noch Fruchtbiere, Abtei- und Trappistenbiere und Starkbiere. Genau so wie Biere mit den Bezeichnungen „Blanches“, „Blonde“, „Brune“, „Double“ oder „Tripple“. Ganz zu schweigen von den Spezialbieren, die es nur zu Weihnachten oder anderen speziellen Anlässen gibt.
Wie ihr seht ist die Auswahl an belgischen Bieren sehr weit gefächert. Angeblich gibt es über 4000 verschiedene Biere in Belgien. Da dies eine beachtliche Anzahl ist, werde ich den Beitrag über belgische Biere in zwei Teilen präsentieren. In diesem Beitrag werde ich euch erst mal meine persönlichen Favoriten der Kategorien „einfaches Pils“, „Starkbiere“ und „Abteibiere“ näherbringen.

Das einfache Pils

Wer wie ich auf dem Land groß geworden ist, macht irgendwann in seiner Jugend auf einer der vielen Kirmespartys oder an Karneval Bekanntschaft mit Jupiler. Es ist das beliebteste Bier nach Pilsner Brauart in Belgien und wird vor allem auf großen Festen ausgeschenkt. Man bekommt es aber auch in jeder guten Kneipe.
Weltweit bekannter ist aber Stella Artois aus Leuven. Dieses helle Bier wird dort schon seit 1366 gebraut. Helle Biere sind aber nicht die außergewöhnlichsten, da auch sie teilweise nach einem Reinheitsgebot gebraut werden.

Jupiler und Stella Artois

Starkbiere

Starkbiere sind würzig und haben einen Alkoholgehalt von mindestens 6,5 Promille. In diese Kategorie fällt das bekannte Délirium. Das blonde Bier mit dem rosa Elefanten als Logo gewann 1998 den Preis als bestes Bier der Welt.
Ein anderes Bier, das zu den Starkbieren zählt, ist Duvel. Dieses helle Bier war das erste belgische Starkbier, das einen eigenen Namen bekam. Bei einer Bierprobe sagte ein von der Stärke des Bieres beeindruckter Tester „een duvels Bier“ (dt: ein teuflisches Bier) und so nannte man es dann auch.

Duvel und Delirium

Abteibiere

Eine belgische Besonderheit sind die Abteibiere, die schon eine lange Tradition haben. Im Mittelalter braute man Bier oft in Klöstern. Dies hatte zwei Gründe. Zum einen war Bier sauberer als herkömmliches Wasser, denn der Gärungsprozess beim Reifen tötet die Bakterien im Bier. Zum anderen hatte man durch den Verkauf des Bieres eine einfache Art an Geld zu kommen. Mit der Zeit verkauften die Mönche ihre uralten Rezepte an größere Brauereien, die die Abteibiere in größeren Mengen herstellen. Doch sie dürfen nur als diese bezeichnet werden, wenn sie noch immer nach den selben Rezepten gebraut werden.
Die Abteibiere haben meist eine bräunliche bis rotbräunliche Farbe und sind sehr kräftig im Geschmack. Einer meiner Favoriten ist Leffe Brune. Das einzige belgische Abteibier, das auch noch in einer Abtei gebraut wird, ist Val-Dieu aus der gleichnamigen Abtei.

Trappistenbiere

Eine Besonderheit unter den belgischen Abteibieren formen die Trappistenbiere. Solche dürfen sich nur so nennen, wenn sie innerhalb der Mauern einer Zisterzienserabtei gebraut werden. Außerdem muss der Großteil des erwirtschafteten Erlöses für soziale Werke eingesetzt werden. Es wird auch heute meistens noch von der Klostergemeinschaft oder unter deren Aufsicht hergestellt.
Weltweit gibt es nur 12 Biere die sich Trappistenbiere nennen dürfen, sechs davon sind belgisch: Achel, Chimay, Orval, Rochefort, Westmalle und Westvleteren.

Chimay

Um euch genügend Zeit zu geben schon einmal das ein oder andere Bier zu testen, werde ich den ersten Teil hierbei belassen.

Welche typischen belgischen Biere es noch gibt, wo man sie trinken kann und warum sie es in die UNESCO-Weltkulturerbeliste geschafft haben erfahrt ihr in einem anderen Beitrag.

Prost! und denkt immer daran: Bier trinkt man mit Verstand!

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