Das Jahr 2020 – außergewöhnlich ruhig aber überaus ereignisreich

Dass das Jahr 2020 ein ganz besonderes war, brauche ich wohl niemanden zu erklären. Auch wenn es ganz harmlos startete, überschlugen sich die Ereignisse spätestens ab Mär. Seitdem änderte sich das ganze Leben.
Auch das Reisen innerhalb Belgiens wurde lange eingeschränkt. Doch gerade diese Einschränkung hat mir nochmal gezeigt, wie schön es „vor der Haustüre“ ist. In diesem Blogbeitrag möchte ich zurückblicken, auf das besonders, außergewöhnlich ruhige und überaus ereignisreiche Jahr 2020. Das alles, ohne das blöde C-Wort zu nutzen, das sowieso niemand mehr hören oder lesen kann ;).

#stayhome in 2020

Bis März 2020 hatte wohl niemand jemals gedacht, dass es Sachen wie Lockdown, Ausgangssperre, Schul- oder Grenzschließungen in unserer Gegend schaffen. Doch eine Pandemie wie diese, in der wir gerade leben müssen, fordert natürlich seine Opfer. Einmal an die außergewöhnlichen Maßnahmen (etwas) gewöhnt, nutzte ich die Zeit meine kleine „Belgien-Bibliothek“ zu sortieren und Bücher (wieder) zu entdecken. Beim Stöbern und Sortieren der Fotos der letzten Monate und Jahre, auch eine schöne Beschäftigung während der Ausgangssperre, nutzte ich unter anderem die Gelegenheit einen Beitrag über eine kleine Weltreise innerhalb Belgiens zu schreiben.


Türe auf und raus…

Es kam natürlich auch wieder die Zeit, in der man sich etwas freier bewegen durfte. Ich schnappte mir schnell mein Fahrrad und erkundete die direkte Umgebung. Meine Nachbargemeinden Lontzen und Raeren habe ich so neu entdeckt und dort viele Plätze gefunden, die ich bisher noch nicht kannte. Auch zu Fuß war ich viel in der eigenen Gemeinde unterwegs. Endlich hatte ich Zeit und Grund dazu mal den Industrielehrpfad in Kelmis zu gehen.


… immer weiter raus…

Langsam, aber sicher vergrößerte sich der Radius für Tagestouren oder „Reisen“ innerhalb Belgiens. Wenn ich so auf meine Übersicht schaue waren wir 2020 vor allem in der Provinz Limburg unterwegs. Ob das Schloss Alden Biesen, Tongeren oder der Voerstreek, alles was schnell erreichbar war konnte man sich mit und mit wieder angucken. Auch das Hohe Venn wurde so einige Male besucht und ich habe den Kids, auf eine für ihre Verhältnisse sehr lange Wanderung, dort meinen Lieblingsort zeigen können.


Die etwas anderen Museumsbesuche

Mit der Zeit wurde das „Leben in der Pandemie“ wieder etwas lockerer. Dennoch änderte sich sehr viel. Museumsbesuche waren nur noch mit vorheriger Anmeldung und Reservierung möglich. Auch der Mundschutz wurde zum ständigen Begleiter. Bis auf unseren Besuch der Toutanchamoun-Ausstellung in Lüttich im Januar, in dem noch alles normal zu sein schien, sollten alle anderen Ausflüge in ein Museum anders ablaufen.


Zeitfenster nutzen…

Andererseits hatten wir im Mai 2020 die Möglichkeit das Freilichtmuseum von Bokrijk auf einem durch das ganze Gelände führende Wanderung gratis zu begutachten. Und auch sonst war wenig los in den Museen. Nicht nur weil Menschenmengen vermieden werden sollten, sondern auch weil durch Reservierungen und Anmeldungen immer ein Zeitfenster geschaffen wurde, in dem man oft fast allein zu sein schien. In dem kleinen Musée de l’Iguanodon in Bernissart waren wir sogar gänzlich allein unterwegs und konnten uns die Knochen des einmaligen Fundes in der kleinen Stadt im Hennegau ganz genau anschauen. Auch die C-Mine in Genk und die Mini-Europe besuchten wir in dieser Zeitfenstermethode.


Mehr Meer in 2020

Insgesamt waren wir 2020 öfter für einen Tagesausflug am Meer als in anderen Jahren. Sobald das Wetter es erlaubte, packten wir unsere 7 Sachen und machten uns auf den Weg zur Küste. Da diese Idee in diesem besonderen Jahr sehr viele Landsleute hatten, waren die Orte, die wir sonst besuchten recht überfüllt und manchmal sogar unsicher. Statt mit Mundschutz und Metermaß oder sogar Reservierung an den Strand zu müssen suchten wir uns einen ruhigen Platz in den Dünen zwischen Wenduine und De Haan. Hier konnten die Abstandsregeln gut eingehalten werden und man unbekümmert einen Strandtag genießen.


Neue Entdeckungen in 2020

Sobald es irgendwie möglich war nutzten wir auch die Zeit, um neues zu erkunden. Immerhin schaffte ich es so endlich mal nach Boullion, wo ich schon seit längerem mal hin wollte. Auch die prächtige waldreiche Umgebung der Provinz Luxemburg haben wir dabei natürlich nicht außenvor gelassen.
In Genk entdeckten wir eine der besten Eisdielen Belgiens, wenn nicht sogar nördlich der Alpen: de Potter. Wenn man schon nicht nach Italien kann, sollte man sich dort so fühlen als wäre man dort.
Passend zur Halloweenzeit verirrten wir uns auf dem Friedhof von Verviers. Dieser war einst Drehort für „Der kleine Vampir“ denn die zahlreichen Gruften und bombastischen Grabsteine sind dazu die perfekte Kulisse.


UNESCO-Welterbe in Belgien

Wie die letzten Jahre auch schon hatte ich mir für 2020 auch etwas vorgenommen. Ich wollte alle belgischen UNESCO-Welterbe besuchen, die ich bisher noch nicht besucht hatte. Einige davon konnte ich euch hier auf dem Blog schon präsentieren und habe ich auch von meiner Liste abhacken können.

Belfriede: check

Bis Mitte Juli standen noch 3 der 33 belgischen Belfriede auf meiner Liste: Thuin, Roeselare und Oudenaarde. Doch während der Sommerferien konnte ich auch diese 3 von meiner Liste streichen und habe somit alle belgischen Belfriede der Welterbeliste besucht.


Buchenurwald: check

Auch im unglaublich schönen Zoniënwoud im Herzen Belgiens machte ich eine ausgiebige Tageswanderung durch das einzige belgische Naturerbe in der UNESCO-Liste. Obwohl ich schon einige Male den Wald auf der Autobahn südlich von Brüssel durchquert hatte, war mir nie bewusst, welch wunderschöner Naturpark dort vor einigen Jahrzehnten achtlos zerstört wurde. Die riesigen Bäume, vor allem Buchen, lassen einen dort winzig vorkommen.


Wallonische Bergbaustätten: check

An einem verregneten Tag im Juli 2020 machte ich ich auf den Weg ins schöne Hennegau. Dort wollte ich die „Bedeutenden Orte des wallonischen Bergbaus“ in der Nähe von Charleroi, La Louviere und Mons anschauen. Wenn ich auch wegen der weltweit anhaltenden Pandemie nicht alle Räume und Orte der verschiedenen Museen und Ausstellungen besuchen konnte, habe ich einen bleibenden Eindruck davon erhalten können, wie das Leben in und um die Minen in der Wallonie abgelaufen ist.


Aufgeschoben ist nicht aufgehoben….

Von den 13 belgischen Welterben auf der UNESCO-Welterbeliste fehlen mir nun nur noch 2, die ich noch nicht besucht habe, die Maison Guiette als Teil des architektonischen Werkes von Le Corbusier in Antwerpen und das Museum der Jungsteinzeitlichen Feuersteinminen von Spiennes. Letzteres war, wie viele andere Museen, dieses Jahr oft und lange geschlossen und wird erst wieder im April 2021 öffnen. Dann werde ich nicht lange zögern und das Museum besuchen. Auch der Maison Guiette in Antwerpen werde ich bestimmt in den kommenden Monaten mal einen begutachten können.

Für 2021 nehme ich mir mal nicht zu viel vor. Denn wie man 2020 gesehen hat, kann sich alles sehr schnell ändern und anders kommen als man denkt. Ich hoffe ich werde 2021 alle noch nachzureichende Blogbeiträge über die verbleibenden belgischen UNESCO-Kulturerbe nachreichen können. Und wer weiß, vielleicht wird die Liste im kommenden Jahr sogar noch ergänzt.

Alles Gute für 2021!

Andy

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