Leuven – die ewige Studentenstadt

Während meines Studiums studierte ich ein Semester in Leuven. Als Student lernt man vor allem neben den Universitätsgebäuden auch die Kneipen kennen oder man trifft sich in den zahlreichen Parks oder in der Bibliothek. Zeit und Lust für Sightseeing hat man da nicht viel.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass belgische Studenten eine Art festen Wochenplan verfolgen. Meistens lebt man als Student nur in der Woche von montags bis freitags in der Stadt, in der man studiert. Man wohnt meistens in einem ‚kot‚ – ein Zimmer in einer Art WG. Bad, Küche und eventuelle Aufenthaltsräume teilt man mit anderen Studenten im Haus. Freitagsabends, meistens nach der letzten Vorlesung, begibt man sich dann vorzugsweise mit dem Zug nach Hause zu den Eltern, um dort das Wochenende zu verbringen. So kann es vorkommen, dass Leuven am Wochenende wie ausgestorben wirkt, weil meistens nur die ausländischen Studenten dort bleiben. Sonntagsabends ziehen die meisten, vollgepackt mit Tupperdosen gefüllt mit Essen für die ganze Woche, dann aber wieder zurück in ihre ‚kots‚ um montags wieder rechtzeitig zur Uni gehen zu können.

Ich habe es damals sogar noch extremer gemacht und habe nicht einmal in Leuven gewohnt, sondern bin fast täglich von zuhause zur Uni gependelt. Der Vorteil daran war, dass ich in den Freistunden gezwungen war mir entweder etwas an zu schauen um die Zeit zu überbrücken, oder schon lernen konnte. Da Ersteres natürlich viel interessanter war, erkundete ich die Stadt und lernte viele schöne Orte kennen. Im September 2017 besuchte ich dann auch all diese Plätze und Sehenswürdigkeiten die mir so schön in Erinnerung geblieben waren.

Ich bin immer wieder gerne in Leuven und entdecke auch immer wieder Neues oder erfreue mich an Orten, die ich schon kenne. Hier habe ich meine Top 10 mal zusammengefasst:

Meine Top 10 Sehenswürdigkeiten von Leuven

1. Die Zentrale Universitätsbibliothek am Ladeuzeplein

Der mächtige, von Weitem sichtbare Bau scheint schon seit Jahrhunderten am östlichen Rand des großen Platzes zu stehen. Dabei ist er nicht einmal 100 Jahre alt. Während des Ersten Weltkrieges wurde im August 1914 die damalige Universitätsbibliothek zusammen mit 1/6 der Stadt durch ein Feuer zerstört. Unzählige Schriften, Dokumente und Bücher verbrannten dabei. Nach dem Krieg errichtete man von 1921-1928 am Monseigneur Ladeuzeplein ein neues Bibliotheksgebäude. Die im Stil der Neorenaissance gebaute Bibliothek war ein Geschenk der amerikanischen Bevölkerung an die Stadt Leuven und deren Universität. Die Zerstörung der Stadt Leuven und anderer belgischer Städte während des Ersten Weltkrieges hatte im In- und Ausland viel Aufsehen erregt. Es bildeten sich unzählige Spendenaktionen, vor allem in den USA, um Geld ein zu sammeln und somit unter anderem den Aufbau einer neuen Bibliothek zu ermöglichen.

Sowohl die Bibliothek als auch deren Lesesaal und der Turm können besichtigt werden. Das Innere der Bibliothek verrät dann auch das eigentliche Alter des Gebäudes. In dem mächtigen Lesesaal stehen unzählige Bücher und Karten. Die magische Stille verzaubert den Raum in eine Oase der Ruhe. Auf dem Weg zur Aussichtsplatzform im Turm erfährt man alles über die Geschichte der Universitätsbibliothek und ihren Einfluss auf die Stadt. Eine Fotoausstellung demonstriert die verschiedenen Perioden der Bibliothek. Von oben hat man natürlich einen wunderbaren Blick auf die Stadt.

Wer sich fragt, was es mit dem riesigen, auf einer 23m hohen Nadel aufgespießten Käfer auf dem Ladeuzeplein auf sich hat, sollte wissen dass es sich um ein Kunstwerk von Jan Fabre handelt. Das als Totem bezeichnete Werk wurde 2005 als Geschenk an die Stadt Leuven von der Universität Leuven zu ihrem 575. Geburtstag installiert.

Unibibliothek Leuven
Die Universitätsbibliothek am Monseigneur Ladeuzeplein in Leuven

2. Der Groot Begijnhof

Der große Beginenhof von Leuven befindet sich südlich der Innenstadt. Seinen Ursprung hat die von einer Mauer umgebene Stadt in der Stadt im 13. Jahrhundert. Er  ist einer der best erhaltenen und größten Beginenhöfe Flanderns und zählt seit 1998 zusammen mit 12 anderen Beginenhöfen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Typisch für eine solche „Beginenhof-Stadt“ sind die Gruppierungen der Häuser an Plätzen und Straßen.

Früher bewohnten die Beginen, eine Gemeinschaft aus unverheirateten, religiösen Frauen, die kleinen Häuser und Wohnungen aus dem 16.-18. Jahrhundert. Als sich die Zahl der Beginen im Laufe der Jahrhunderte dezimierte, verfiel der Beginenhof zunehmend und verwahrloste. Die Stadt konnte die hohen Kosten einer Restaurierung nicht decken und verkaufte den Gebäudekomplex. Die Universität Leuven kaufte den kompletten Beginenhof und sorgte so dafür, dass die alten Gebäude restauriert und erhalten blieben. Seither wohnen Studenten und Gastprofessoren der Uni in den zahlreich eingerichteten Wohnungen.

Das Areal ist jederzeit kostenlos zugänglich. Den Studentenwohnheim-Charakter sucht man aber vergebens in diesem sehr sauberen und liebevoll gepflegten Stadtviertel. Bei einem Spaziergang durch die kleinen Sträßchen und Gassen entlang und über den Fluss Dijle entdeckt man immer wieder die zahlreichen religiösen Elemente an den Gebäuden. Kleine Kapellen, Heiligenfiguren und Ornamente schmücken die Backsteinfassaden der einzelnen Häuser. Auch die turmlose, frühgotische Beginenhofkirche ist einen Besuch wert. Ihr barockes Innere überrascht mit alten Wandmalereien und schönen Stuckverzierungen. Jede halbe Stunde erklingt eine Melodie von dem Glockenspiel auf dem Dachreiter der Kirche.

Groot Begijnhof von Leuven
Der Groot Begijnhof von Leuven

3. Das Rathaus

Das Rathaus von Leuven ist ein Meisterstück der Brabanter Gotik. Es zählt zu den schönsten und detailreichsten Bauwerken der Spätgotik. 1439 wurde mit dem Bau begonnen, der sich nach verschiedenen An- und Umbauten bis in das 19. Jahrhundert zog.

Ein auffälliges Merkmal ist der prächtige Fassadenschmuck. Die Bildhauerarbeiten der drei zum Grote Mark gerichteten Seiten und deren Türme sind mit vielen Nischen besetzt. Diese sind wiederum mit unzähligen Skulpturen bestückt. Erst ab 1880 wurden alle noch leer gebliebenen Nischen mit Figuren besetzt. In der ersten Reihe sind wichtige Gelehrte, Künstler und bedeutende Persönlichkeiten aus der Geschichte Leuvens zu sehen. Geistige und Schutzheilige sowie Freiheitskämpfer zieren die Nischen der zweiten Etage. In der dritten Etage stehen Herzogen von Brabant und Grafen der Grafschaft Leuven. Die Türme sind mit biblischen Figuren bestückt. Letztere wurden zum Teil erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg angebracht. Alle Figuren tragen jeweils die Kleidung aus den Perioden, in denen sie gelebt haben.

Zurzeit stehen große Teile des Gebäudes leer, da die Stadtverwaltung vor kurzem umgezogen ist und die Räume neu eingerichtet werden. Voraussichtlich 2026 werden alle Restaurierungsarbeiten abgeschlossen sein und das Rathaus mit Ausstellungsräumen, Cafe und Touristeninformation wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Trotzdem gibt es Führungen, die je nach Fortschritt der Arbeiten, täglich angeboten werden.

Das gotische Rathaus von Leuven
Das Rathaus von Leuven

4. Die Sint-Pieterskerk

Direkt gegenüber des Rathauses befindet sich ein weiterer gotischer Bau am Grote Markt, die Sint-Pieterskerk. Der auf den Fundamenten einer romanischen Kirche aus dem 10. Jahrhundert errichtete Bau in Brabanter Gotik wurde vermutlich erst nach 1400 angefangen. Ab 1497 wurde mit dem Bau des bis heute unvollendeten Portals am Grote Markt begonnen. Durch die fehlenden Türme nimmt die Kirche leider keinen auffälligen Platz in der Silhouette der Stadt ein.

1507 begann man mit dem Bau der drei für damalige Zeiten riesigen Türmen (siehe Video), die die Arbeiten an dem Gebäude abschließen sollten. Der mittlere Turm sollte 165m, die beiden anliegenden Türme 136m hoch werden. 1541 merkte man jedoch, dass zum Einen die Bodenbeschaffenheiten das Gewicht der Türme nicht aushalten würde und zu Anderen die Baupläne zu schlecht ausgearbeitet waren. Immer wieder kam es in den darauffolgenden Jahrhunderten zu Teileinstürzen der unvollendeten Türme und man beschloss sie nicht weiter zu bauen. Im Inneren der Kirche steht heute ein Modell der Kirche wie sie einst mit ihren Türmen aussehen sollte.

Die Kirche hat im Laufe der Zeit schwer gelitten. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde sie mehrere Male geplündert. Kostbare Kunstschätze gingen verloren und Kirchenfenster wurden zerstört. In den beiden Weltkriegen hat sie durch Brandstiftung oder Bombardement großen Schaden erhalten. Noch heute sind durch Rußflecken in der Balustrade die Schäden teilweise sichtbar. Die übrig gebliebenen Kirchenschätze sind in der Schatzkammer ausgestellt, darunter einige Gemälde und ein Sakramentshaus. Besonders sehenswert ist das dreiteilige Gemälde ‚Das letzte Abendmahl‘ von Maler Dierik Bouts aus dem 15. Jahrhundert.

Portal der St-Pieterskerk
Portal der Sint-Pieterskerk am Grote Markt

5. Der Grote Markt

Am Grote Markt befinden sich neben dem Rathaus und der Sint-Pieterskerk auch noch andere historische Gebäude die den zentralen Platz umgeben und als Ganzes abrunden.

An der Ostseite steht das Tafelrond, ein mehrmals neu errichteter Bau der ursprünglich als Versammlungsraum (daher der Name ‚Tafelrunde‘) diente. Zunächst wurde das Gebäude im gotischen Stil erbaut und auch als Versammlungsraum genutzt, jedoch 1553 durch einen Brand beschädigt und 1818 abgerissen. Bis 1832 errichtete man ein Theatergebäude im neoklassizistischen Stil an selber Stelle, welches jedoch dem Großbrand von 1914 zum Opfer viel. Noch während des Ersten Weltkriegs entschied man sich das Tafelrond nach dem Vorbild des ersten, gotischen Gebäudes, wieder auf zu bauen.  1930 waren die Arbeiten abgeschlossen und eine Bank in dem Gebäude eingerichtet, die dort bis 2002 ihre Geschäfte abhielt. Seit einer gründlichen Renovierung besteht das Gebäude heute aus einem Hotel, einem Restaurant und Appartements.

An der westlichen Hälfte des Platzes stehen mehrere Gildenhäuser. Die Lage der prachtvoll geschmückten Gebäude sowie der Verlauf der Straßen die sie umgeben wurden beim Wiederaufbau in den 1920ern stark verändert. Eine speziell eingerichtete Kommission achtete darauf, dass der neu angelegte Platz in seiner Gesamtheit dem Stil des 17. und 18. Jahrhunderts entsprach. Die ’neuen‘ Gildenhäuser sind gekennzeichnet durch eine eklektische Giebelarchitektur. Die Bauformen greifen sowohl traditionelle architektonische Details und Materialien als auch zeitgenössische Elemente auf.

Nach dem Wiederaufbau des Platzes, des Tafelronds und Teilen der Kirche und der Renovierung des Rathauses wurde der Platz seit 1997 als Fußgängerzone eingerichtet- lediglich Busse dürfen ihn noch befahren. Zahlreiche Cafés und Restaurants aber auch einige Geschäfte beleben heute den Platz und machen ihn zu einem beliebten Treffpunkt.

Gildenhäuser am Grote Markt
Prachtvoll verzierte Giebel der Gildenhäuser am Grote Markt

6. Die Universitätsgebäude

Die Universität Leuven ist eine der ältesten Europas. 1425 gegründet ist sie heute auch eine der renommiertesten Universitäten der Welt. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Universität immer wieder Veränderungen und Schließungen, konnte sich aber stets halten. Auch die großen Zerstörungen in den Weltkriegen hat sie überstanden. Im Zuge des belgischen Sprachenstreits fanden auch unter niederländischsprachigen und französischsprachigen Studenten Proteste statt, die 1968 zur Teilung der Universität in die Katholieke Universiteit Leuven und der Université Catholique de Louvain führten. Der französische Teil der Universität zog in das neu errichtete wallonische Louvain-la-Neuve.

Die alten und neuen Gebäude der Universität sind über die ganze Stadt verteilt. Vor allem die alten Gebäude in und um der Naamsestraat sind sehr sehenswert. Hier befindet sich in der alten Tuchhalle von 1317 auch die Verwaltung der Uni sowie der University-shop und eine Bar. Viele der Universitätsgebäude werden als ‚College‘ bezeichnet. Das Atrechtcollege (1508) mit einem schönen Innenhof, das klassizistische De Valk College (1738), das stattliche Heilige Geestcollege, das Hoge Heuvelcollege mit einem reich verziertem Treppengiebel (1683), das neugotische Amerikaans College, in dem früher vor allem amerikanische Studenten untergebracht waren, sind nur einige davon. Das Van Dale College (1569), ein prächtiger Renaissancebau, hat einen schönen Innenhof mit Kapelle.

Am gemütlichen Hogeschoolplein befinden sie zwei weitere schöne Colleges. Der Gebäudekomplex des Pauscolleges (1523) mit seinem parkähnlichen Hof beherbergt heute ein Studentenwohnheim und ein Restaurant. Dem gegenüber liegt das Maria-Theresiacollege mit einer Fassade aus dem 17. Jahrhundert. Auf dem Platz gibt es regelmäßig Veranstaltungen, wie zum Beispiel ein Freilichtkino oder kleine Konzerte.

 

Die alte Lakenhalle wurde schon vor Jahrhunderten als Hauptgebäude der Universität umfunktioniert.

7. Der Oude Markt

Unweit des Grote Markts befindet sich der ältere Oude Markt. Dieser rechteckige Platz wurde 1150 eingerichtet. Früher war dies der Hauptmarktplatz der Stadt und drei mal wöchentlich wurde ein Markt abgehalten. Nach den Zerstörungen des Platzes im Ersten Weltkrieg wurde der Platz wieder aufgebaut. Da nur wenige Häuser damals verschont blieben entschied man sich bei dem Wiederaufbau, ähnlich wie beim Grote Markt, für einen historisch zusammenpassenden Stil. Lediglich einige Straßen die zum Platz führen wurden verbreitert. Die zahlreichen Kaufmannshäuser am Platz wurden architektonisch aufeinander abgestimmt. Man findet sowohl eklektische, barocke und gotische Elemente als auch typische Stilmittel der Renaissance. Dies verleiht dem Platz einen pittoresken Charakter und machen ihn zu einem gelungenen Ensemble.

Das auffälligste Gebäude ist die Fassade der Universitätshalle, der früheren Tuchhalle in der Mitte der Ostseite des Platzes. Hier war bis vor dem großen Brand im Ersten Weltkrieg auch die Universitätsbibliothek untergebracht. Ein weiterer Blickfang ist das Heilige-Drievuldigheidscollege, in dem sich heute eine Schule befindet, die die komplette Südseite einnimmt. Die reich geschmückten Kaufmannshäuser beherbergen heute unzählige Kneipen, Restaurants und Cafés. Deswegen wird der Oude Markt auch oft „die längste Kneipe der Welt genannt“.

Kaufmannshäuser am Oude Markt in Leuven
Kaufmannshäuser am Oude Markt in Leuven

8. Der Sint-Donatuspark

Der Sint-Donatuspark ist einer der zahlreichen Parks in Leuven. Da er sich inmitten der vielen Universitätsgebäuden der Stadt befindet, ist er ein beliebter Treffpunkt bei Studenten. Der Park wurde im Stil des Englischen Landschaftsgartens mit kleinen Weihern, Springbrunnen und Wasserfällen und großen, freien Wiesenflächen im 19. Jahrhundert angelegt und in den 1990ern renoviert. Die Gärten der anliegenden Gebäude wurden teilweise mit einbezogen. In der Mitte des Parks befindet sich ein in den 1990ern restauriertes Teilstück der mittelalterlichen Stadtmauern mit dem St-Donatus-Turm. Doch auch an anderen Stellen sind diese immer wieder, mal versteckt im Gebüsch, mal entlang einer Hauswand, zu finden.

Vor allem aber sind die vielen alten Tore, durch welche man in den Park gelangt, sehr sehenswert. Das Eingangstor an der Naamsestraat, versteckt zwischen Atrechtcollege und Hoge Heuvelcollege, führt über die kleine Gasse Ruteriuspad in den Park. Hier sieht man auch sehr gut, dass bei der Gestaltung des Parks die ehemaligen Gärten der Colleges mit eingebunden wurden. Im Innenhof des Atrechtcolleges steht eine große eiserne Himmelskugel, eine Kopie der Kugel die flämische Jesuiten im 17. Jahrhundert dem Kaiser von China schenkten.

Ein weiteres dieser Eingangstore befindet sich in der Tiensestraat, gegenüber des Herbert Hooverpleins. Einmal das Tor passiert führt ein langgezogener, breiterer Weg unter großen Platanen zum offenen Teil der Parks. Entlang des Weges stehen verschiedene Kunstobjekte aus unterschiedlichen Epochen. Dieser Teil des Parks führt entlang der alten mittelalterlichen Stadtmauer, welche immer mal wieder sichtbar wird.

Freie Wiesenfläche im Sint-Donatuspark
Freie Wiesenfläche im Sint-Donatuspark. Rechts im Bild ein Stück der mitteralterlichen Stadtmauer.

9. Der Botanische Garten

Der auch als Kruidtuin bekannte botanische Garten Leuvens ist der älteste Botanische Garten Belgiens. Er wurde als Hortus Botanicus Lovaniensis 1783  für die Studenten der Medizin angelegt. Auf fast 3ha werden verschiedene Bäume, Sträucher, Stauden und Kräuter ausgestellt. Kübel- und Wasserpflanzen sowie eine Vielzahl Heilpflanzen sind auch dort zu finden. Daneben wachsen in einem Gewächshaus zahlreiche tropische Pflanzen.

In der lichtdurchströmten Orangerie werden in regelmäßigen Abständen Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen präsentiert. Seit 1976 ist der komplette Garten, inklusive Orangerie und Empfangsgebäude, unter Denkmalschutz gesetzt worden. Noch heute ist er ein wichtiger Bestandteil der Universität Leuven und wird für Forschungszwecke genutzt.

Der Garten ist das ganze Jahr ab Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zugänglich und gratis.

Die Orangerie des Botanischen Gartens in Leuven

10. Das Vaartkom

Das alte Industriegebiet Vaartkom (nl. ‚Kanalkessel‘) mit Hafenbecken liegt am nördlichen Stadtrand. Entlang des Kanals ließen sich hier neben der Brauerei Artois auch verschiedene Mühlen, Magazine und Lagerhäuser nieder. Als sich die Industrie vor allem ab den 1980ern außerhalb der Stadt ansiedelte und in den 90ern auch die Brauerei Interbrew (heute als größte Brauerei der Welt bekannt unter AB InBev) das Areal verließ, begannen die Gebäude zunehmend zu verfallen.

Seitdem befindet sich der Stadtteil in einem Wandel zu einem hippen Szeneviertel. Angefangen mit dem Jachthafen, der schon 1998 angelegt wurde, folgten viele andere Projekte, die im Laufe der Zeit sowohl die alten Bauten restaurierten aber auch neue Gebäude schufen. So befinden sich mittlerweile neben Ateliers und Wohnungen auch schon einige Cafés, Restaurants und Geschäfte in dem angesagten Viertel. Kulturelle Einrichtungen wie das OPEK, ein Treffpunkt für Theatergruppen, welches in einem alten Zollgebäude integriert wurde, beleben den neuen Stadtteil.

In Zukunft sollen noch einige Projekte folgen, von denen viele schon im Bau sind, die das Vaartkom zu einer der beliebtesten Wohngegenden der Stadt machen. Ein weiterer Stadtpark, ein in Wohnungen umgebautes altes Silo, moderne Bürogebäude, Kindergärten und eine fußgängerfreundliche Infrastruktur sind nur einige konkrete Projekte. Außerdem hat man sich bei der Planung zum Ziel gesetzt auf alternative, erneuerbarer Energie zurück zu greifen. Darüber hinaus soll das komplette Viertel für andere Stadtteile Energie liefern können.

Rechts stehen schon die renovierten Häuser. Links die alte Brauerei Artois, die gerade renoviert wird.

Andy

4 Gedanken zu „Leuven – die ewige Studentenstadt

  1. Haben heute im Rahmen unserer Belgien- Reise das wunderschöne Leuven besucht. Vielen Dank für die sehr guten Informationen zu dieser tollen Stadt auf Deiner Seite! Man möchte am liebsten nochmal Student sein…
    Sei herzlich gegrüßt,
    Susanne und Rainer aus Plochingen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück nach oben