Von De Panne nach Knokke- zu Fuß entlang der belgischen Küste

Ende Juni 2018 habe ich eine Wanderung unternommen, die ich schon seit geraumer Zeit machen wollte; die komplette belgische Küste zu Fuß entlang gehen. Doch wie wandert man am besten die 67 km (Luftlinie) lange belgische Küste komplett ab? Starte ich besser in De Panne oder in Knokke? Schaffe ich das an einem, zwei oder doch lieber drei Tagen? Gehe ich ausnahmslos am Strand oder auch auf befestigten Wegen? All diese Fragen will ich hier nun beantworten.

Die Vorbereitungen

Die Strecke

Zuerst einmal habe ich mir die Strecke bei Google Maps angeschaut. Laut Google sollte die schnellste Strecke hauptsächlich entlang der Küstenhauptstraße und der Promenade, die alle Orte der belgischen Küste miteinander verbinden, gehen. Da dies fast die selbe Strecke ist, die auch die Küstenstraßenbahn fährt und es zu 60% an großen Straßen entlang gehen sollte, fing ich an die Strecke manuell in Google Maps um zu modellieren. Es war mir nämlich wichtig viel am Strand und in den Dünen zu wandern. In den Orten konnte es auch gerne an den ein oder anderen Sehenswürdigkeiten vorbei gehen.

Bei weiteren Recherchen zu dem besten Streckenverlauf stieß ich auf die „Kustwandelroute“ auf der Website des Tourismusverbands der belgischen Küste. Dieses Wandernetzwerk verbindet alle Orte der belgischen Küste und deren Hinterland miteinander. Wer will kann auch eine dazugehörige App benutzen (hierzu später mehr). Es besteht aber auch die Möglichkeit in einem Webshop sich Broschüren und Wanderkarten nach Hause schicken zu lassen. Mit einem Wanderroutenplaner konnte man sich auch online seine Route zusammenstellen und speichern. Diese konnte man dann in der heruntergeladenen App wieder aufrufen, was ich direkt tat und meine gewünschte Strecke dort dann speicherte.

Die Etappen

Nun stellte sich mir die Frage in wie vielen Etappen ich die Strecke gehen möchte. Im Internet fand ich verschiedene Meinungen dazu. Während die einen die komplette Strecke in einem Stück innerhalb von 20 Stunden hinter sich legten, brauchten andere wiederum eine ganze Woche. Ich entschied mich dafür die Strecke in 2 Tagen zu wandern. Da Oostende fast genau auf der Hälfe der Wanderung liegt, buchte ich dort ein Hotel für eine Nacht.

Des weiteren beschloss ich meine Wanderung in De Panne zu starten. Zum Einen weil die Strecke vom Bahnhof zum Startpunkt kürzer war als in Knokke, und zu Anderen weil ich gerne am ersten Tag meiner Wanderung in die Orte wollte in die ich als Kind immer Urlaub mit meiner Familie gemacht habe. Die liegen näher an De Panne als an Knokke.

Die An- und Abreise

Eine weitere Entscheidung die ich fällen musste, war die An-und Abreise. Da ich, eh ich an dem Startpunkt an der Küste bin, 2,5 Stunden mit dem Auto oder 3,5 Stunden mit dem Zug fahren musste, stellte ich alle Vor- und Nachteile gegenüber: Mit dem Auto war ich zwar schneller, allerdings müsste ich dann nach der Wanderung irgendwie wieder zurück zum Auto kommen. Eine Zugfahrt (mit dem Railpass) kostet mich 7,70 € pro Strecke, der Sprit für die Hin- und Rückfahrt mit dem Auto wäre sicherlich ein Vielfaches davon. Nach der Wanderung 2,5 Stunden Auto fahren zu müssen schienen mir außerdem anstrengender als 3,5 Stunden Zugfahrt mit einem Umstieg. Da fiel mir die Entscheidung sehr leicht. Mit dem Zug hin und zurück.

Das Gepäck

Da ich sowohl am ersten als auch am zweiten Tag mein komplettes Gepäck mit mir schleppen musste, beschränkte ich mich auf das Minimale. In meinen 20 l großen Wanderrucksack stopfte ich eine Garnitur Wechselklamotten, ein extra Paar Wechselsocken, Sonnencreme und einen Kulturbeutel mit der nötigsten Kosmetika. Außerdem eine Powerbank nebst Ladekabel, mein Portemonnaie, einen kleinen Notizblock, die Kamera und eine Sonnenbrille. 2 Liter Wasser, 4 Müsliriegel, Traubenzucker und etwas Obst sollten erstmal mein Proviant sein. Alles andere wurde vor Ort gekauft wenn ich es brauchte um es nicht unnötig mit mir rum schleppen zu müssen .

Die Wanderung

Tag 1

Um so wenig wie möglich Zeit zu verlieren nahm ich den ersten Zug um 5:24 Uhr. Ich hatte mich bewusst dafür entschieden meine Wanderung auf einen Samstag außerhalb der Sommerferien zu legen, da dann weniger Leute an die Küste wollen. Aber so wie das leider nun mal so ist wenn der Wetterbericht für die belgische Küste mit ’sonnig und warm‘ vorhergesagt wird, kann es schnell passieren, dass egal welcher Zug Richtung Küste überfüllt ist. Dazu waren auf der Strecke noch irgendwelche Probleme mit den Weichen und ich musste einmal mehr umsteigen.

De Panne

Gegen 11:00 Uhr erreichte ich dann endlich den Bahnhof von De Panne. Da ich unbedingt die komplette Strecke der belgischen Küste gehen wollte, musste ich zuerst irgendwie zur französisch-belgischen Grenze kommen. Ich startete meine App um feststellen zu müssen, dass sie überhaupt nicht so funktionierte wie ich mir sie vorgestellt hatte. Nicht nur weil sie im Gegensatz zur W-Lan-Verbindung zuhause mit dem mobilen Internet sehr langsam, wenn nicht sogar unbrauchbar war, sondern auch weil sie alle paar Minuten komplett abstürzte oder meinen Standort falsch wiedergab. Da ich meine Strecke auch fast auswendig mit Google Maps zu finden wusste, wanderte ich dann ohne App weiter.

Das erste Stück der Strecke führte mich durch das Naturreservat „De Westhoek„. Diese beeindruckende Dünenlandschaft ist zwar auf Grund der fehlenden befestigten Wege sehr schwer passierbar (nur Sandwege), jedoch wird dies durch die Anwesenheit von Wildpferden, Hochlandrindern und Esel, die große Teile des Areals bevölkern, entschädigt. Nachdem ich den direkt am Meer gelegenen Grenzpunkt zwischen Belgien und Frankreich, der auch den westlichste Punkt Belgiens darstellt, angekommen war, machte ich mich am Strand entlang auf den Weg Richtung Osten. Links das Meer, rechts die Dünen, so ging es dann erstmal für einige Kilometer, bis ich den bebauten Küstenabschnitt von De Panne erreichte.

Einmal im Ort angekommen folgte ich ab dem Leopold I Monument der Zeedijk, die immer am breiten Strand lang verläuft. So schlenderte ich durch De Panne (oder eher am Strand an der Stadt entlang) meiner ersten von 10 Gemeinden die ich auf meinem Weg durchquerte. Am Ortsausgang befindet sich ein Campingplatz, der aber am Strand gut zu umgehen ist.

Koksijde

Direkt im Anschluss an De Panne befindet sich Sint-Idelsbad, eine Teilgemeinde von Koksijde. Hier erwartet einen wieder das typische Stadtbild der belgischen Küste: direkt an der Promenade gelegene fünf bis zehnstöckige Wohnblöcke. Meistens befinden sich im Erdgeschoss Geschäfte, Restaurants oder „Kettcar-Verleihe“. Da mir dies nach einiger Zeit zu eintönig wurde, änderte ich meine Route und ging direkt am Strand entlang. Dort ist mir dann auch sofort aufgefallen, dass es sich wesentlich einfacher auf festem Sand als auf lockeren Sand wandern lässt. Eigentlich logisch, aber probieren geht über studieren.

Da ich es recht angenehm fand, teilweise barfuß, am Strand entlang zu gehen, verlegte ich die Strecke erstmal komplett an den Strand. Vom Strand aus hatte man auch (da Ebbe war) eine gute Sicht auf den jeweiligen Ort oder die Dünen an denen ich entlang lief. Dies ging dann auch gut, bis ich in Nieuwpoort angekommen war.

Nieuwpoort

Nieuwpoort hat einen Hafen, das war mir bewusst. Dass die IJzer dort als einziger belgischer Fluss in die Nordsee fließt, wusste ich auch. Wie man, ohne um den ganzen Hafen gehen zu müssen, von der einen auf die andere Seite der IJzermündung kam wusste ich auch. Eine Fähre sollte dort Fußgängern und Fahrradfahrern den Umweg um den Hafen ersparen. Doch leider war der Fährdienst aus nicht angegebenen Gründen zu dem Zeitpunkt leider geschlossen. Nach kurzer Internet-Recherche stieß ich auf die Seite des Fährdienstes der Flämischen Region. Aber auch dort wurde nicht angegeben warum die Fähre nicht fuhr oder wann sie den Betrieb wieder aufnehmen sollte. Es blieb mir also nichts anderes übrig als zu Fuß um den Hafen zu gehen um meine Wanderung weiter zu verfolgen. Letztendlich fand ich es dann doch sehr interessant sich auch mal, gezwungenermaßen, alle Facetten eines (Jacht-)Hafens an zu sehen. Ich nutzte den Umweg auch um in einen der größeren Supermärkte meinen Proviant auf zu füllen und mir in einer Bäckerei ein Mittagessen zu kaufen.

Nach ungefähr 7 km /ca. 1 Stunde Umweg befand ich mich wieder auf meiner Strecke. Nun sollte es weiter am Strand an einem Naturschutzgebiet entlang gehen. Direkt daneben befindet sich eine militärisch genutzte Dünenlandschaft. Da dort auch Schießübungen in Richtung Meer abgehalten werden können, kann es sein, dass der komplette Strand während der Übung gesperrt wird. Wann die Übungen sind, kann auf der Website des Truppenübungsplatzes Wuustwezel nachgelesen werden. Weiter ging es entlang der Dünen bis man Westende erreicht.

Middelkerke

Westende und Middelkerke sind, bis auf einen kleinen Dünenstreifen, miteinander verwachsen. An der Promenade begleiten einen wieder die bekannten Hochhäuserblöcke. Dahinter befinden sich vereinzelt kleinere Ferienhäuser und Campingplätze und die jeweiligen Ortskerne. Da ich in meiner Kindheit alle Ferien in Middelkerke verbracht habe, hatte ich mir überlegt diesen Teil der Strecke etwas intensiver zu besuchen. Ich besichtigte viele Orte die ich noch aus meiner Kindheit kannte. Dass das Casino von Middelkerke, ein von Weitem schon sichtbarer Bau direkt am Strand, plötzlich abgerissen war, fand ich ganz komisch. Doch alle anderen Orte aus meinen Erinnerungen, wie die Sitzbänke an der Promenade oder die Orientierungsschilder am Strand, hatten sich nicht geändert.

Die Wanderung verlegte ich ab dem Ortsausgang von Middelkerke auf den Dünenweg. Dort ging es dann weiter Richtung Oostende. Komischerweise fielen mir jetzt erst die Hinweisschilder zum Netzwerk der Küstenwanderung auf, die an vielen Kreuzungen standen. Dies erleichterte mir dann auch die Suche nach dem richtigen Weg. Die App funktionierte zwar immer noch nicht, aber in meiner gespeicherten Route konnte ich alle Wegepunkte sehen und musste ihnen nur noch folgen.

Oostende

Am Ortseingang der Gemeinde Oostende befindet sich die Domein Raverzyde, einer Art Freilichtmuseum das aus drei Teilen besteht; dem Antlantikwall Museum mit Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, die mittelalterliche Fischersiedlung Anno 1465 und einen gratis zugänglichen Naturwanderpfad. Ursprünglich hatte ich vor den Naturwanderpfad mit in meine Wanderung ein zu bauen, doch der ungeplante Umweg in Nieuwpoort und die geplanten Umwege in Middelkerke führten dazu, dass ich meinen Streckenverlauf auf die kürzeste Strecke, über den Dünenweg und an der Promenade entlang, habe anpassen müssen. Außerdem saß mir die Zeit im Nacken und wurde es langsam dunkel. Darüber hinaus war mein Proviant fast wieder aufgebraucht.

In Oostende angekommen habe ich nach einem kleinen Umweg zu einer Fritüre und einem Nightshop direkt mein Hotel angepeilt, in dem ich einige Stunden vorher telefonisch eingecheckt hatte um den Zugangscode zu erhalten. Meinen Füßen ging es bei der Ankunft im Hotel überraschenderweise besser als gedacht. Nachdem ich ausgiebig geduscht hatte, habe ich mir nochmal meinen Streckenverlauf angeschaut und bin dann gegen 23:00 Uhr eingeschlafen.

Tag 2

Am nächsten Morgen stand ich um 7:00 Uhr auf. Da ich kein Frühstück gebucht hatte und mein Proviant auch restlos aufgebraucht war, besuchte ich, nachdem ich im Hotel ausgecheckt hatte, einen nahegelegenen Supermarkt. Da ich auf meiner Wanderung in Oostende kein Sightseeing vorgesehen hatte, beschränkte ich mich auf die kürzesten Wege.

Mit vollem Magen und Rucksack machte ich mich auf den Weg zur Fähre, die mich auf die andere Seite des Hafens bringen sollte. Schon von weitem sah ich eine Schulklasse, die am Anleger auf die nächste Fähre wartete. Scheinbar hatte ich hier mehr Glück mit der Fähre. Um sicher zu sein kann jedoch auch der Fahrplan der Fähre in Oostende im Internet nachgeschaut werden. Die Überfahrt dauert 7 Minuten und  ist gratis.

Auf der anderen Seite des Hafens angekommen durchwanderte ich erst einen Teil eines alten Docks und das im Bau befindliche neue Stadtviertel Oosteroever. Des Weiteren sind auf diesem Abschnitt der Küste von Oostende viele Dünen und ein langer Strand an deren Rand eine Promenade bis in den nächsten Ort führt.

Bredene

Bredene liegt nicht wie viele andere Orte an der Küste direkt am Strand und ist durch große Dünen vom Meer getrennt. Ab Oostende ging ich bis De Haan am Strand entlang. An diesem Teil der Strecke hat mir sehr gut gefallen, dass die Küste dort sehr naturbelassen ist. Auf diesem Abschnitt befindet sich auch der einzige, 200m lange FKK-Strand der belgischen Küste. Dies wurde witzigerweise auf einem Schild direkt am Strand angekündigt.

Im Gegensatz zum Vortag merkte man auch sofort, dass das Wochenende um war. Montagmorgens sind die unzähligen (Tages-) Touristen, die die Promenaden der Küste am Sonntag bevölkerten, verschwunden. Man hatte teilweise sogar den Strand für sich ganz alleine, vor allem am FKK-Strand.

De Haan

In De Haan ging ich dann vor allem wieder an der Promenade entlang. Die Architektur in dem kleinen Küstenort ist ganz anders als im Rest der bisher gewanderten Stecke. Statt der aneinandergereihten Hochhäuser findet man dort vor allem größere, schön restaurierte Villen aus der Belle Époque und im Landhausstil. Hier und da ist immer ein Park, ein Waldstück oder Dünen zu finden.

In Wenduine, dem Nachbarort von De Haan findet man dann aber wieder den üblichen Anblick der Betonblöcke die direkt auf das Meer blicken. Am Ortsausgang führt dann aber ein Wanderweg mitten durch die Dünen und Wälder direkt nach Blankenberge. Ab und zu kann man auf einer Anhöhe in den Dünen einerseits den Strand und das Meer sehen und andererseits auf die Tramstrecke und weit in das flache Hinterland schauen.

Blankenberge

Sobald man die Dünen und Wälder verlässt, befindet man sich schon am Hafen von Blankenberge. Auch hier gibt es wieder einen Fährdienst der einem die Hafenumrundung erspart. Die kleine Fähre kostet 1€ und wird nur bei schönem Wetter (sehr wage Bezeichnung) von Ostern bis September bedient. Sollte die Fähre nicht fahren, ist es aber auch kein großer Umweg, da der Hafen von Blankenberge recht klein ist. Um Proviant zu kaufen bin ich quer durch die Stadt gegangen statt am Meer entlang. Dort gibt es genügend Geschäfte und Bäckereien und das ein oder andere Restaurant.

In Blankenberge stehen vereinzelnd noch Bauten aus der Belle Époque. Dazu zählen der Paravang, ein Windschutz am Hafen und 3 alte, reich verzierte Treppen die von der Stadt auf die Promenade führen, die ich mir dann auch angeschaut habe. Darüber hinaus gibt es den einzigen Pier an der Belgischen Küste. Von dort aus führte meine Strecke auch wieder direkt am Meer entlang durch das waldreiche Naturschutzgebiet „fonteintjes„. In dem in den Dünen gelegenen Brutgebiet zahlreicher Küstenvögel ging es vorbei an kleinen Tümpeln und durch kleine Wälder bis man Zeebrugge-Strand erreichte, das direkt übergeht in das riesige Hafengebiet von Zeebrugge.

Zeebrugge

Von Weitem erkannte man auf der Strecke Richtung Zeebrugge schon die riesigen Kräne und Containerschiffe am Hafen. Einmal am Bahnhof von Zeebrugge-Strand angekommen, der sich direkt zwischen Strand und Hafen befindet, ging die Wanderung quer durch den zweitgrößten Hafen Belgiens. Vorbei an Containerumschlagplätzen, durch ein Industriegebiet und entlang einer viel befahrenen Schnellstraße fand ich diesen Teil der Strecke den unattraktivsten. Der durch Schilder angegebene Weg führte dennoch an einigen interessanten Orten vorbei wie z.Bsp. ein altes russisches U-Boot aus den 1960ern oder ein altes Feuerschiff (eine Art schwimmenden Leuchtturm) aus dem Jahr 1950. Beide sind auch zu besichtigen.

Um von einer auf die andere Seite des Hafens zu kommen musste ich einige Schleusen überqueren. Da ich bei beiden Schleusen Glück hatte und sie geschlossen waren, habe ich keine Zeit verloren. Es kann allerdings gut sein, dass die Schleusen in Gebrauch sind und offen stehen für ein oder mehrere Schiffe. Dies kann dann einige Zeit dauern eh man seine Route weiter verfolgen kann. Doch es gibt weiter südlich im Hafen jeweils eine weitere Schleuse, die geschlossen sein muss eh die nördliche geöffnet wird. Also kann man einen kleinen Umweg gehen um doch noch weiter gehen zu können.

Knokke-Heist

Direkt neben dem Hafen beginnt der sehr breite Strand von Heist. Anfangs ist die Promenade noch mit den typischen Hochhäusern zugebaut, lockert sich dann aber je weiter man nach Knokke geht immer mehr auf. Ab den Orten Duinbergen und Albertstrand befinden sich in der „Kustlaan“, der Parallelstraße zur Promenade, mondäne Villen und einigen kleinen Häusern aus den Glanzzeiten von Knokke in der Belle Époque. So wanderte ich bis in den äußersten Osten der belgischen Küst, bis ich an dem Naturschutzgebiet ‚t Zwin angekommen war.

Ganz bis zur niederländischen Grenze habe ich es dann leider nicht geschafft, da es bei Flut, die grad ihren Höhepunkt erreichte, schwer ist das Naturschutzgebiet am Strand zu durchqueren und ich einen größeren Umweg hätte gehen müssen. Also begab ich mich auf den Weg zum Bahnhof von Knokke. Langsam machten mir auch meine Füße zu schaffen, die nach 49,8 km (und fast 112 km in total) schon seit einiger Zeit anfingen bei jedem Schritt zu schmerzen.

Gegen 18 Uhr erreichte ich den Bahnhof und war froh in den Zug zu steigen, meine Wanderschuhe aus zu ziehen und die Füße hoch legen zu können. Der Rest der Rückreise nach Hause verlief ohne Probleme und im Zug schaute ich nochmal auf meine Notizen und die Bilder die ich gemacht hatte und war stolz die komplette Strecke nun endlich einmal gewandert zu sein.

Fazit

Was mir besonders an der Strecke gefallen hat war, dass man in jedem Ort etwas anderes zu sehen bekam. Auch wenn sich viele Orte gleichen, sind sie doch überraschend unterschiedlich. Auch das gut ausgebaute Wegnetz der Kustwandelroute und die dazugehörige Beschilderung machen die (nicht funktionierende) App überflüssig, da man der Wanderung auch so gut folgen kann. Mit den dazugehörigen Kartenmaterial und der Broschüre kann man zuhause die Strecke immer nochmal nachgehen.

Unterschätzt habe ich aber auf jeden Fall den nötigen Sonnenschutz. Obwohl ich mich alle 3-4 Stunden eingecremt habe, hatte ich am Abend des ersten Tages an allen freien Stellen Sonnenbrand. Man ist bei gutem Wetter doch den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt, die deutlich stärker ist als man denkt. Auch das Wandern auf Sand und dann vor allem in den Dünen auf lockerem Sand habe ich nicht als so anstrengend eingeschätzt als es letztendlich war. Auf dem festen Sand am Strand direkt am Wasser ging es barfuß am besten voran.

Um die Strecke so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten kann ich nur empfehlen immer wieder längere Strecken direkt am Strand zu gehen. Die Abwechslung war auch einer der schönen Aspekte der Wanderung. Wenn man sich an einer Sicht sattgesehen hatte, wechselte man einfach ein paar Meter in die Dünen, an den Strand, (wenn vorhanden) auf die Promenade oder in den Orts-. bzw. Stadtkern.

Den einzigen Teil der Strecke den man sich meiner Meinung nach sparen kann, ist das Stück quer durch den Hafen von Zeebrugge. Der ist weder sehenswert noch ist er wirklich zum Wandern geeignet. Sollte ich die Wanderung nochmal machen, werde ich wohl für dieses Teilstück die Tram nehmen.

Andy

3 Gedanken zu „Von De Panne nach Knokke- zu Fuß entlang der belgischen Küste

  1. Hallo Andy,
    Oh wie schön Dein Blig ist online!
    Ich freue mich von Deinen Wanderungen zu lesen!
    Ich liebe das Meer und da kriegt man direkt Lust selbst mehr zu wandern durch das schöne Belgien.
    Die Bilder sind sehr schön, da kann man sich alles gut vorstellen, gerne mehr davon.
    Danke für den schönen Beitrag!

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